MGV-Harmonie 1861 e.V. Maxdorf

Jürgen Müller Frankenstr. 2  67133 Maxdorf

Mitglied im „Pfälzischen Sängerbund“ und im „Deutschen Sängerbund“
Inhaber der Zelterplakette und des Wappenschildes von Rheinland-Pfalz
Vereinsgeschichte des MGV Harmonie

Vereinsgeschichte


Der Männergesangsverein „Harmonie Maxdorf“ feiert – als Traditotionsnachfolger des ehemaligen Gesangvereins Liederhalle Maxdorf – seinen 150. Geburtstag.

Das ist für die Ortsgemeinde Maxdorf, die erst am 01. Oktober 1952 selbstständig geworden ist, ein außergewöhnliches Ereignis und auch für die Harmonie als ältestem Ortsverein  Anlass, die Vereinsgeschichte auf den neuesten Stand zu bringen. Dabei soll aber nicht nur das wiederholt und bis zur Gegenwart fortgeschrieben werden, was in der Festschrift zum 100. Vereinsgeburtstag stand. Es gibt da nämlich noch einen gewissen Nachholbedarf an Berichten aus der „Jugendzeit“ der Maxdorfer Gesangsvereine. Dem abzuhelfen ist allerdings nicht einfach, denn in diesen 150 Jahren fanden nicht nur 2 Weltkriege statt, die das politische Bild unserer Erde völlig veränderten, sondern es gab darüber hinaus eine Fülle von turbulenten Ereignissen in Staat und Gesellschaft, die bei Kriegsende 1945 sehr viele Unterlagen verloren. In seinen – leider nur in Fragmenten erhaltenen – Aufzeichnungen über die Entwicklung (Alt-) Maxdorf, berichtete Dr. Alfons Sattel, dass am 3. November 1861 der Gesangverein Liederhalle gegründet wurde. Seine Aufgabe sollte nach § 1 der Vereinssatzung die „Sittliche und moralische Hebung seiner Mitglieder durch Pflege des Deutschen Männergesangs“ sein. Die obligatorische Fahnenweihe fand allerdings erst 2 Jahre später, also 1863 statt. Vermutlich 1885 (der genaue Zeitpunkt ist nicht mehr feststellbar) schloss sich eine weitere Gruppe sangesfreudiger Maxdorfer Bürger zum „Bürgergesangverein“ zusammen. Das Verhältnis der beiden Gesangvereine untereinander konnte kaum als brüderlich bezeichnet werden, wie aus dem Vereinsbeschluß der Liederhalle von 1887 hervorgeht, der ein aktives Mitwirken von Vereinsmitgliedern im Bürgergesangverein unter Strafe des Vereinsausschusses verbot. Im Jahr 1904 wurde in Maxdorf noch der Gesangverein „Fidelia“ aus der Taufe gehoben. Der GV Liederhalle trat 1923 der neugegründeten 13. Bezirksgruppe des Speyergau-Sängerbundes bei.

Der Verein hatte sich nach einer kritischen Phase zwischen 1903 und 1908, in der zeitweise sogar sein Weiterbestehen fraglich geworden war, wieder erholt und war dann zu einem im weiten Umkreis geachteten und geschätzten Klangkörper geworden. Beim Wertungssingen der Bezirksgruppe am 25. Mai 1924 wurden die Leistungen des Vereins mit einem Diplom mit „Gut“ bewertet. – Anlässlich eines Wertungssingens in Flomersheim, am 28. Mai 1933, erntete der Chor reichen Beifall. Die Fahrt zum Bundessängerfest in Ludwigshafen (Rhein) war dann der letzte öffentliche Auftritt des GV Liederhalle. Nach der sogenannten „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten mussten sich nämlich die 3 Maxdorfer Gesangvereine  auf Betreiben des damaligen Bürgermeisters am 1. Oktober 1933 zur „Sängervereinigung“ zusammenschließen, die dann selbstverständlich Mitglied des Sängerbundes Westmark war. Zweck und Ziel der Sängervereinigung war  dem damaligen Sprachgebrauch entsprechend  „Die Pflege und Förderung des Chorgesanges, die Veredelung des musikalischen Volksempfindens und die Vertiefung des Gemeinschaftsgeistes und der vaterländischen Gesinnung“. Die Vereinsleitung war – wie zu dieser Zeit allgemein üblich  nach dem „Führerprinzip“ organisiert und selbstverständlich waren die wichtigen Funktionen mit Parteigenossen besetzt. Dieses Zwangskartell gab gegen Kriegsende „seinen Geist auf“. Am 5. Februar 1949 gründeten 35 ehemalige Mitglieder der Sängervereinigung, die die Kriegswirren überlebt hatten, in der Gastwirtschaft „Zum Löwen“ (Lamb) wieder einen Gesangsverein, dem sie – zum Zeichen des Neubeginns – den Namen „Harmonie“ gaben. Laut Vereinsbeschluß übernahm dieser MGV Harmonie alle Rechte und Pflichten der ehemaligen Sängervereinigung.

Am 4. Juni 1949 spalteten sich aber die Mitglieder ab, die vor 1933 dem MGV Fidelia angehört hatten und riefen ihren ehemaligen Verein wieder ins Leben. Der MGV Harmonie verstand sich von da an als rechtmäßiger Nachfolger des MGV Liederhalle und des Bürgergesangsvereins und übernahm daher folgerichtig die Tradition des älteren der beiden, der 1861 gegründeten Liederhalle. Allerdings sah man im Gegensatz zum Traditionsverein selbst, der seine Stiftungsfeste nach dem Gründungsjahr 1861 berechnete und deshalb auch seinen 50. Geburtstag am 11. Juni 1911 feierte  beim Neubeginn 1949, das Jahr der ersten Fahnenweihe 1863 als „Geburtsjahr“ an und feierte folgerichtig den 100. Geburtstag am 18. Und 19. Mai 1963. Noch im Februar 1949 – sogar bevor die schriftliche Genehmigung der französischen Besatzungsbehörden vorlag,  begannen in der Gastwirtschaft „Zum Löwen“ die Chorproben. Dirigent war Hauptlehrer Ernst Kiefer.

Am 21. Mai 1949 wurde die erste Generalversammlung abgehalten. Bei dieser Gelegenheit beschlossen die Mitglieder, noch im Juni ein Waldfest zu veranstalten. Es fand am 26. Juni 1949 bei strahlendem Sonnenschein statt und war die erste Begegnung mehrerer Gesangvereine nach dem Kriege. Am 15. Januar 1950 wurde im Carl-Bosch-Haus für die Mitglieder der erste „Bunte Abend“ veranstaltet und im August desselben Jahres startete der Verein mit 4 Omnibussen zum ersten Vereinsausflug. Im September 1953 erkrankte Ernst Kiefer und musste deshalb sein Dirigentenamt aufgeben. Nachfolger wurde der Musikstudent Wolfgang Regel aus Ludwigshafen; aber die unterschiedliche Auffassung zwischen Sänger und Chorleiter über die Chorliteratur veranlassten den Verein, sich am 31.12.1954 von Wolfgang Regel zu trennen. Ernst Kiefer sprang nochmals in die Bresche, gab aber dann Ende 1957 den Dirigentenstab endgültig an Medard Goger aus Fußgönheim ab. Am 18. Und 19. Mai 1963 feierte die MGV Harmonie in der Gemüsehalle des Großmarktes seinen 100. Geburtstag. Dazu gratulierten ihm beim Freundschaftssingen 25 Gastvereine. Als Medard Goger wegen Arbeitsüberlastung sein Amt als Chorleiter aufgeben musste, fungierte Chormitglied Theobald Hauck (der gleichzeitig auch Dirigent des evangelischen Kirchenchores war) vorübergehend als Chorleiter, bis eine neue Kraft gefunden war. Am 10. Oktober 1967 übernahm der junge Dirigent Hans Gass aus Fußgönheim den inzwischen klein gewordenen Chor. Bei der Generalversammlung 1968 musste Georg Zimmermann wegen seines angegriffenen Gesundheitszustandes den Vereinsvorsitz abgeben. Für ihn übernahm sein Stellvertreter, Hermann Leonhardt die Leitung des Vereins. Gemeinsam verstanden es Hermann Leonhardt und Hans Gass, die Sänger wieder zu aktivieren. Bereits im Oktober 1968 zählte der Chor bei seinem ersten Konzert unter dem neuen Chorleiter wieder 50 Sänger. Und die Rheinpfalz wählte seinerzeit für ihren Bericht die bezeichnete Überschrift: „Konzert offenbarte eine neue Harmonie“. Die positive Entwicklung hielt weiter an. Zu den jährlichen, sehr erfolgreichen Vereinskonzerten kamen die vielbeachteten gemeinsamen Auftritte mit dem Chor der Stadtwerke Mannheim auf der Seebühne im Mannheim Luisenpark.  Auch bei der Ausgestaltung von festlichen Gottesdiensten in Rimbach (Bayr. Wald) und Schneeberg (Odenwald) fand der Chor große Anerkennung. Und die Darbietung unserer „Harmonie-Boys“ sind immer Höhepunkte bei den Fastnachtsveranstaltungen in Maxdorf und Umgebung. Aber der Aufschwung war nicht auf den Chor allein beschränkt. Auch das Zusammengehörigkeitsgefühl der Harmonie-Familie, die Geselligkeit, hat sich prächtig entwickelt. Das zeigt sich ganz augenfällig bei den „Harmonie-Ladies“ (den Frauen der Sänger), die bei Festveranstaltungen (insbesondere bei Kerwe- und Fastnachtsumzügen) als eigene Gruppe auftreten. Im Jahr 1988 feierte der MGV Harmonie Maxdorf sein 125 Jähriges Jubiläum mit einem Festkonzert im Bürgerhaus. Unter der Leitung von Hans Gass und den Solisten aus dem Nationaltheater Mannheim fand ein Faszinierendes Konzert statt. Zu dem Festkonzert kamen viele Vertreter der Ortsgemeine und der Verbandsgemeinde Maxdorf. Die Redner der Orts und Verbandsgemeinde wünschten dem Verein weiterhin viel Erfolg und würdigt den  Männergesangverein „Harmonie“ „ als eine besondere Perle im Kulturleben von Maxdorf“.

Als Nachfolger feierte der Männergesangverein „Harmonie“ 1999 die Namensgebung und Wiedergründung nach dem 2. Weltkrieg.

In seinen Grußworten dankte Herr Leonhardt unserem Chorleiter Hans Gass der den Chor seit 1967 mit viel Sachverstand und musikalischem Erfolg leitet.

Im Jahr 2008 war ein besonderes Jahr für die Harmonie denn es feierten gleich zwei Persönlichkeiten ein ganz besonderes Jubiläum. Als erstes feiert Hermann Leonhardt „ 40 Jahre 1. Vorstand“ und weiterhin feierte Hans Gass „40 Jahre Dirigent“ bei der Harmonie und 50 Jahre Dirigent mit seinen Chören im Sängerbund. Ihm zu Ehren wurde in diesem Jahr eine Matinee veranstaltet, wo viele seiner Weggefährten in den 40 Jahren anwesend waren. In der Generalversamlung am 14.03.2008 legte  Herr Hermann Leonhardt nach 40 Jahren erster Vorstand und über 50 Jahre in der erweiterten Vorstandschaft sein Amt nieder. Als neuer erster Vorsitzender wurde sein Stellvertreter Jürgen Müller als neuer erster Vorsitzender gewählt. In dieser Generalversamlung wurde auf Antrag der neuen Vorstandschaft Herr Leonhardt zum Ehrenvorsitzenden der Harmonie ernannt. Herr Müller kündigte an, dass eine Matinee zu Ehren von Herr Leonhardt veranstaltet werde, die am 14.09.2008 stattfindet. Die Harmonie, präsentiert sich an ihrem 150. Vereinsjubiläum in ausgezeichneter Verfassung und mit jugendlichem Elan. Der Chor beherrscht ein umfangreiches Repertoire, das sowohl traditionelles und bewährtes als auch zeitgemäßes Liedgut enthält. Vorstandschaft, Chorleiter und alle aktiven Mitglieder sehen es als ihre vornehmste Aufgabe und Verpflichtung an, das derzeitige Niveau des Chores zu halten und das gute „Betriebsklima“ innerhalb der ganzen „Harmoniefamilie“ zu pflegen und zu bewahren. Wir sind davon überzeugt, dass uns dieses Vorhaben gelingen wird und sehen deshalb der Zukunft „unseres Vereins“ mit Zuversicht entgegen.